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チップ Import von Koi


Der Import von Nishikigoi, oder wie kommt der bunte Fisch von Japan nach Deutschland...

Viele meiner Kunden fragen immer, wie so ein Import denn abläuft. Mit diesem kleinen Bericht will ich euch mal zeigen, dass es gar nicht so einfach ist Nishikigoi zu importieren. Dahinter steckt nicht nur eine Selektionsreise nach Japan, sondern auch ein großer Papierkrieg und ordentlich Bürokratie.....

Aber fangen wir doch einmal mit dem angenehmen Teil an, also mit der Japanreise und der Selektion der Nishikigoi direkt Vorort in Japan. Vor der eigentliche Reise gilt es mit meinem Agenten die Reise durch zu sprechen. Also den Reisetermin abklären, sich um den Flug und das Hotel kümmern, halt alles drumherum. Ohne einen Agenten geht es nicht in Japan, da ich weder japanisch spreche, noch mich so gut in Japan auskenne um alle Züchter alleine zu finden. Ist nun das Rahmenprogramm abgeklärt und organisiert, geht es nach Japan. Hier hilft mir mein Agent nicht nur bei der Suche nach den Nishikigoi und dient als Dolmetscher, nein, er ist auch dafür verantwortlich den Importtermin mit den Züchtern abzuklären, den Flug für die Fischlein zu buchen, sich um alle Begleitdokumente zu kümmern (Gesundheitszeugnis, Rechnung...und und und) und um die komplette Koordination, dass meine selektierten Fische alle pünktlich mit dem LKW am Flughafen in Japan ankommen. Kommen wir nun zum unangenehmen Teil....den Kosten für so eine Selektionsreise. Also, das Flugticket gibt es für um die 800 Euro, das Hotel kostet in etwa 700 Euro inklusive Frühstück für eine Woche. Das Zugticket vom Flughafen in Tokio zum Hotel in Niigata kostet etwa 200 Euro. Der Agent bekommt für die Bereitstellung des Autos, die Fahrten zu den Züchtern plus die Koordination des gesamten Importes eine Tagespauschale von etwa 150 Euro plus eine Provision von 10 % des Warenwertes der selektierten Nishikigoi. Der LKW, der die Selektion zum Flughafen nach Tokio fährt kostet auch noch einmal etwa 1000 Euro, egal wie viele Boxen er dahin fährt. Also sind wir ohne die Provision für den Agenten und den Preis für die Selektion bei einem Kostenaufwand von etwa 3700 Euro. Rechnen wir etwas Taschengeld für Essen, Trinken, Souvenirs und und und sind das locker 4000 Euro.....da ist aber noch kein Fisch gekauft oder unterwegs nach Deutschland. Das sind nur die Kosten des Rahmenprogramms. Wie gesagt, diese Kosten sind in jedem Jahr gleich, egal wie groß oder klein der Import ausfällt.

So, die Reise ist vorüber, ich bin wieder in Deutschland und es geht darum die Fische zu importieren. Der Importtermin steht fest und nun müssen die Papiere in Deutschland ausgestellt werden. Dazu gibt es sowohl einen mehrseitigen Vordruck für die lebende Ware, also ein Gesundheitszeugnis für die Nishikigoi, als auch einen mehrseitigen Vordruck für die zu entrichtende Einfuhrumsatzsteuer, die 19 % beträgt und für die Gesamtsumme der Lieferung gilt, also für die Fische, die Transportkosten, für den Flug und alle in Japan angefallenen Kosten und Abgaben rund um den Import (Miete für den LKW, Begleitdokumente, Gesundheitszeugnis und und und). Der Import wird nun in Frankfurt am Flughafen mindestens drei Tage vor der Ankunft bei der Grenzkontrollstelle für Tiere angemeldet. Damit wäre Teil 1 des Importes abgeschlossen, doch wie bekomme ich jetzt meine Tierchen ?

Kommen wir nun zum Tag X, dem eigentlichen Importtag. Gehen wir mal davon aus, dass die Tiere gegen 13 Uhr landen. Dann dauert es etwa eine Stunde nach der Landung, bis die Begleitdokumente vom Flugzeug zur Verwaltung gebracht werden und in dieser Zeit wird die kostbare Fracht direkt vom Flugzeug aus zur Animal Lounge gebracht, wo sich auch die Grenzkontrollstelle für Tiere befindet. Ich mache schon immer meine Verzollung und den Import in Eigenregie und somit kenne ich das Prozedere nur zu gut. Also ab zur Verwaltung und die Papiere abholen. Wie immer kostet es 20 Euro und ich halte die Begleitdokumente in meinen Händen. Gegen 14:30 Uhr bin ich dann in der Animal Lounge und gebe alle Papiere bei der Grenzkontrollstelle für Tiere ab. Hier werden nun die Papiere für den Zoll fertig gemacht. Das heißt, die Lieferung wird Stichprobenartig beschaut. Es wird von den Amtstierärzten geprüft, ob die Tiere in einem guten Zustand angekommen sind, ob das Gesundheitszeugnis aus Japan in Ordnung ist und ob die Papiere aus der EU, also meine Dokumente stimmen. Ist das alles der Fall, bekomme ich die Dokumente für den Zoll, um die Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten. Das Ganze dauert etwa 45 Minuten und kostet 75 Euro. Anschließend geht es dann zum Zoll, wo wieder alle Dokumente plus die Zollpapiere abzugeben sind. Wieder etwa 45 Minuten später ist es so weit. Ich bekomme die Rechnung für die Einfuhrumsatzsteuer. Nachdem Diese bezahlt ist, bekomme ich meine gesamten Dokumente zurück, plus.....und das ist das Wichtigste, dem Freistellungsdokument für den Import und die Überlassungserklärung. Damit sind die Fische nun offiziell mir und können abgeholt werden....mittlerweile ist es 16 Uhr.

Mit der Freistellung und der Überlassungserklärung geht es jetzt wieder zurück zur Animal Lounge. Hier wird nun ein letztes Mal ein Dokument ausgefüllt und mein Personalausweis kontrolliert, damit auch die richtige Person die richtige Lieferung erhält. Gegen 16:30 werden dann endlich die Boxen heraus gegeben und ich kann meine Lieblinge in Empfang nehmen. Einladen und ab nach Viernheim, wo ich dann gegen 18 Uhr eintreffe. So glatt soll es eigentlich immer laufen. Also von der Landung bis zur Übergabe etwa 3 bis 4 Stunden. Leider ist das nicht immer der Fall. Besonders beim Zoll kommt es immer wieder zu Verspätungen....mal ist es das Computerprogramm, mal fehlt die Freigabe von der Fluggesellschaft oder dem Transportunternehmen mal ist es die geschlossene Kasse, mal ist es einfach eine Person, die nicht genau weiß wie das Alles verbucht werden muß und und und.......da heißt es immer LÄCHELN und wie sagte meine Tochter das letzte mal, als sie mich begleitete....bleib einfach GECHILLTTTTTTTTTTT......Das sagt sich so einfach.....aber vermeidbar ist das leider nicht. Ich habe schon über 2 Stunden beim Zoll verbracht, nur um die blöde Einfuhrumsatzsteuer zu bezahlen. Da ist SIE.....die berühmte DEUTSCHE BÜROKRATIE......aber egal.....Augen zu und durch....Sagen wir mal, es hat alles funktioniert und die Fische sind nun im Transporter, dann heißt es ab in die Anlage und nach etwa einer Stunde Fahrt bin ich dann in Viernheim. Meine Importe haben so im Schnitt zwischen 50 und 60 Boxen. Aus Erfahrung heraus habe ich gelernt, dass diese Anzahl recht gut zu händeln ist und nach etwa drei Stunden ziehen alle neuen Nishikigoi ihre Kreise in meinen Becken. Ihr wollt nun wissen, wie lange die Tierchen nun unterwegs waren ? Der Flug von Japan nach Deutschland dauert etwa 12 Stunden. Der LKW braucht von Niigata nach Tokio etwa 6 Stunden. Etwa 4 Stunden vor der Fahrt zum Flughafen haben die Züchter die Nishikigoi verpackt und zum vereinbarten Treffpunkt gebracht. Von der Landung in Deutschland bis zum Einsetzen des letzten Fisches in meine Becken vergehen noch einmal etwa 7 Stunden......das macht........in etwa eine
Gesamtreisezeit von nahezu 30 Stunden für die Tiere.
Mich wundert es immer wieder wie gut die Nishikigoi diese Strapazen weg stecken und wie wenig Probleme ich mit den Tieren habe, selbst wenn es einmal noch zwei drei Stunden länger dauert, weil mal irgendwo wieder die Bürokratie zu Verzögerungen geführt hat. So, nun versteht ihr auch, warum ich nicht immer auf die Minute genau sagen kann, wann ich wieder aus Frankfurt mit dem Import zurück bin und warum meine Laune bei den Importtagen immer erst nach dem öffnen der letzten Box besser wird, denn nicht nur die Nishikigoi stehen an solch einem Tag unter enormen Stress.

Euer
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